Lange Zeit gab es keinen Direktflug von Berlin nach Lissabon, was ich ziemlich schade fand, denn nach Lissabon wollte ich schon länger mal. Im letzten Herbst stöberte ich durch mögliche Urlaubsziele und stellte erfreut fest, dass es mittlerweile doch eine Direktverbindung gib.  Um es kurz zu machen: 5 Minuten später waren die Flüge für meinen Mann, mich und unsere 2 Jungs gebucht. Bei Airbnb fand ich die passende Unterkunft auch recht schnell.

primeiro dia

Es ist der Tag nach Himmelfahrt. Unser Flug war unspektakulär, alle Gepäckstücke sind angekommen und wir werden von einem Fahrservice vom Flughafen zu unserer Wohnung gebracht. Beim Blick aus dem Fenster fallen mir sofort die wirklich sauberen Straßen auf. Dies wäre vor einigen Jahren noch anders gewesen meinte unser Fahrer und erzählte unter anderem von Unterrichtsstunden, in denen schon Kinder über Müllentsorgung aufgeklärt werden. [Ich habe dazu mal gegoogelt und diesen interessanten Artikel über das Großreinemachen aus dem Jahr 2007 gefunden.] Wir fahren weiter die breite Avenida Fontes Pereira de Melo Richtung Süden entlang, während wir mit weiteren Infos zu Lissabon versorgt werden. So werden wir neben dem großen Erdbeben von 1755 auch auf das Denkmal von Marques de Pombal hingewiesen 😉

Nach einer kurzweiligen Autofahrt erreichen wir unsere Wohnung, die im Dachgeschoss liegt. Da trifft es sich gut, dass 1 von 2 Kindern spontan tief und fest schläft und ich das Leichtgewicht nach oben tragen darf. Aber natürlich oben angekommen hellwach ist 😉 Von der Wohnung hat man einen tollen Blick auf die Stadt und Platz für uns gibt es reichlich.

Ausblick von der Dachgeschosswohnung.
Ein Wahsinnsausblick! Sogar das Meer kann man erkennen.
Das große Wohnzimmer, hat sogar eine Kletterstange. 😛

Genug die Wohnung bewundert! Wir gehen erstmal vor die Tür und stolpern fast in den nächsten Park – den Jardim da Estrela. Hier sind vor allem Familien mit kleinen Kindern, die sich hier auf dem großen Spielplatz austoben.

Jardim da Estrela.

Auf der anderen Seite des Parks sehen wir Straßenbahnen und folgen einer von Ihnen Richtung Meer. Ich bewundere die schönen Fassaden während ich mir mein frisch gekauftes Pastéis de Nata schmecken lasse. (Die anderen 3 haben sich nur Kakao oder Rühreibrötchen ausgesucht.)

Warum fährt jemand freiwillig Fahrrad in einer Stadt voller Hügel?

Wir schlendern noch etwas weiter,  stoppen nur kurz für unser Abendessen und kehren mit unseren Einkäufen zurück in die Wohnung. Dabei stellen wir fest, dass es sich Bergauf nicht ganz so entspannt läuft.

dia dois

Am Morgen überlegen wir was wir heute wohl machen könnten.. Vielleicht eine Stadtrundfahrt mit dem Amphibienfahrzeug? Oder doch lieber was anderes? Da wir kein Auto haben laufen wir einfach mal los. So weit ist der Hafen laut google maps gar nicht entfernt. Na dann los. Wir kommen wieder am Park Estrela vorbei und laufen von dort eine breite Straße Richtung Süden. Dort finden gerade Dreharbeiten statt und wir sehen wie eine Verfolgungsjagt gedreht wird. Natürlich stehen wir am Rand und winken.Haha ich fürchte das muss geschnitten werden. Etliche Minuten später erreichen wir das Verkaufsbüro, wo man uns mitteilte, dass es für heute keine Tickets mehr gibt.. ok dann buche ich online eben für Morgen welche. Später. Wir wollen uns ja nicht sofort festlegen 😉  Aber nun hatten wir erstmal keinen Plan / Zeitdruck. Zeit für ein Eis und Fotos. Denn hier sieht es ja aus wie in San Francisco. Oder doch Rio?

Die Brücke des 25. April sieht durch ihre Farbe und Konstruktion der Golden Gate Bridge sehr ähnlich. Auf den Fotos ist die Christus Statue, die der in Rio ähnelt, leider nicht zu erkennen.

Als das Eis gegessen war fuhren wir mit der Bahn in Richtung Zentrum. Plakate und kleinere Bühnen machten auf das Finale des European Song Contests aufmerksam. Die Stimmung war sehr entspannt und ausgelassen.

Im Zentrum stärken wir uns zunächst und schlendern anschließend durch die Gassen. Gelegentlich hat es aber mehr von bergsteigen. Unser Ziel ist grob die Burg ‘Castelo Jorge’. Auf dem Weg dorthin stoßen wir auf einen Flohmarkt, alte riesige Mauern, ein Kloster, Tuk Tuks, und schöne Aussichten auf die Stadt.

Am Castelo Jorge empfängt uns eine viele zu lange Schlange, in die wir uns nicht einreihen wollen. Anstelle dessen gehen wir dan weiter durch die Stadt und verlassen die Altstadt Alfama mit ihren engen geschwungenen Strassen über einen Aufzug – den Elevador Castelo. Wir hätten natürlich auch laufen können, aber so haben wir vorher nochmal einen tollen Ausblick von der Terasse neben dem Aufzug.

Die Straßen im neuen Stadtteil Baixa sind geometrisch und man kann sich hier nur schwer verlaufen. Vermutlich auch mit diesem Ziel wurde es genau so nach dem Erdbeben 1755 entworfen. Wir laufen immer Richtung Elevador de Santa Justa und sehen unterwegs viele Cafés, Läden und Märkte. Nur ist jetzt alles ein bisschen größer und nicht mehr so gemütlich wie im Stadtteil zuvor. Am Aufzug zum nächsten Stadteil Chiado ist uns die Schlange wieder einmal zu lang und so bestaunen wir das Bauwerk nur von aussen. Zu Fuß ist es zwar ein kleiner Umweg, aber kurzweiliger als in der langen Schlange zu stehen.

Während wir eine Trinkpause einlegen und uns einfach nur mal hinsetzen lauschen wir ein paar Straßenmusikern auf dem Platz for dem Convento do Como. Neben dieser Mittelalterruine und Archäologiemuseum befindet sich die Guarda Nacional Republicana – die Polizei. Das ist für uns eigentlich nicht besonders interessant bis plötzlich die Wachablösung beginnt. Timing ist alles :)Dann entschließen wir uns dazu ins Archiologie Museum zu gehen. Dort gehen wir durch die Ruine der alten Kirche in das angechlossene Museum. Dort sehen wir von alten Münzen, Gebrauchsgegenstände oder alte Kunstwerke..

Weiter gehts zurück zu unserer Wohnung.. und zwar mit der alten Tram die uns fast direkt bis zu unserer Haustür fährt. Laut Google haben wir heute 2,6 km mit dem Zug, 2,5km mit dem Bus, 1,9km mit der Tram und 4km zu Fuß zurückgelegt. Mit dieser sportlichen Höchstleistung leiten wir das Abendprogram ein 🙂 PS Hippotourbuchen nicht vergessen.

Dia tres.

Es ist Zeit für die Hippotour. Wir nehmen uns ein Tuk Tuk und cruisen zum Hafen.. nur nicht nocheinmal soweit laufen. Die Tour war in portugisisch und englisch und sehr unterhaltsam. Unser Guide stimmte zu Beginn den ESC Gewinnersong vom vorabend ‘I’m not your toy’ von Netta an und gewann die Herzen der ESC Fans aus Israel 🙂 Anschließend fahren wir eine ganze Weile durch die Stadt bevor wir endlich mit dem fahrenden Boot in See stechen. Als die Jungs merken, dass wir wirklich nicht untergehen waren sie auch etwas entspannter 😉

Da man die Stadt wirklich gut zu Fuß erkunden kann, tun wir das jetzt auch wieder auf dem Rückweg zur Unterkunft.

Dia quatro

Heute ist Montag und da die Wetteraussichten für die nächsten Tage toll sind, haben wir uns einen Mietwagen organisiert und fahren Richtung Strand. Dabei passieren wir die Golden Gate Bridge – ähm Brücke des 25. April – und nicht nur ich bin davon ein bisschen begeistert 😉 Auf der anderen Seite angekommen halten wir uns rechts und kommen nach vielleicht 30 min an der Costa Caparica an. Dieser unglaublich breite und lange Sandstrand ist ein Traum und das beste daran sind die Wellen über die gerade einige Windsurfer springen. Einen Wimpernschlag später ist es Mittag. Wie gut, dass es hier am Strand einige Restaurants gibt. Nachdem Essen wartet erneut der Strand. Burgen bauen sich nicht schließlich von selbst! 😉


Dia cinco

Herrliches Wetter! Ab an den Strand. Diesmal probieren wir so ziemlich den ersten Strand in Richtung Westen aus. Das Wasser ist hier ruhig was die Kinder sehr freut.

Nachmittags verlassen wir den Strand und brechen nach Sintra auf. Ich hatte dieses Bild von der in die Erde gebauten Wendeltreppe gesehen und möchte das nun mal live sehen. Die Parkplatzsituation vor Ort ist nicht ganz so einfach, aber nach etwas suchen ergattern wir ein freies Plätzchen. Unser Ziel – Quinta da Regaleira – ist ein Schloss aus dem frühen 20. Jahrhundert mit einem toll angelegten Park. Es gibt so viele Tunnel zu entdecken und Türmchen zu ersteigen, dass die Jungs nur begeistert losrennen und sich kaum stoppen lassen.


Als wir nach 1,5h wieder aufbrechen finden wir, dass es sich gelohnt hat, hier einen Stop einzulegen. Nächster Stop ist der westlichste Punkt Europas.Dieser liegt ca. 40min von hier – allerdings ist die Straße sehr kurvig. Und dann endlich sehen wir nur noch Meer. Eigentlich wollen wir einem Kindergartenfreund der Jungs in Costa Rica winken, aber das vergessen wir vor lauter “Mir ist kalt.” “Ich will wieder ins Auto”. Aber für ein Familienbild muss Zeit sein 😛 aber gleich danach gehts wieder zurück.

Out of focus at tShe #mostwesternpointofeurope 😀 #cabodaroca #hiamerica

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Sexto dia

Heute steht das Ozenarium auf dem Plan. Es war die Hauptattraktion zur Expo 1998 und auch uns begeistert das riesige Aquarium.

Die Vasco da Gama Brücke ist mit über 17km eine der längsten Brücken der Welt und liegt praktischerweise in der Nähe des Ocenario. Also schauen wir uns auch diese Brücke auf dem Weg zum Strand an. Nach dem Strand gehts dann wieder über die rote Brücke zurück in die Stadt.

o último dia (de suas férias)

Der Tag startet mit einem tollen Sonnenaufgang und wir wissen genau wo wir heute hin möchten: Zum Strand. Wieder dorthin wo wir die Surfer beobachten, vor den Wellen wegrennen und Sandburgen bauen können.


Wie toll es doch am Strand auch ohne Spielzeug sein kann. <3

Nun ist es Zeit sich zu verabschieden und am nächsten Morgen ein letztes Mal bom dia zu rufen. Wir hatten hier eine tolle Zeit und können den Mix aus Stadt und Strandurlaub nur empfehlen!

 

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